Wohnbauflächen im Münsterland auf dem Prüfstand

Foto Schachtanlage Ibbenbüren
Foto Schachtanlage Ibbenbüren

Der Strukturwandel und die Konversion des Zechengeländes in Ibbenbüren sind zwei der größten Herausforderungen der nächsten Jahre. Und zwar welche, von der die gesamte Region betroffen ist, betonte Engelbert Rauen, Vorsitzender des Regionalrates. Hopsten, Recke, Hörstel, Mettingen, Westerkappeln und Ibbenbüren haben sich daher in der „Schnittstelle Kohlekonversion“ bereits 2014 zusammengeschlossen. Frühzeitig und mit großer Bürgerbeteiligung hatten die Kohle-Kommunen sich auf den Weg gemacht, eine umfangreiche Potenzialanalyse erstellt und einen Masterplan entwickelt. Mit dem Arbeitstitel „Gute Aussichten! Zukunft.Ideen.Leben.“ werden Zukunftsszenarien entwickelt. 70 ha Gewerbeflächen stehen in Ibbenbüren mittelfristig zur Verfügung und können Tradition, Gewerbe und Lernorte zusammenführen. Am Mettinger Nordschacht werden 15 ha Flächen frei, die im ländlichen Raum industriell vorgeprägt sind. Arbeiten, Wohnen und Natur liegen hier sehr nah beieinander.
Das Landes-Förderprogramm „Regio.NRW“ ermöglicht in einem dreijährigen Förderzeitraum die Erarbeitung von Konzepten für die Aufbereitung der Konversionsfläche sowie die Entwicklung einer interkommunalen Gewerbeflächenstrategie. Die Untersuchung der Gebäudesubstanz, verkehrliche Erschließung sowie die Versorgungsinfrastruktur spielen hierbei ebenfalls einen Rolle.

„Die weitere wirtschaftliche Nutzung sowie die touristische Nutzung der Haldenlandschaft stehen hier gleichwertig nebeneinander“, sagt Bernhard Schemmer für die CDU-Fraktion.

Wohnbauentwicklung im Münsterland

Die Entwicklung der Wohnbauflächen im Münsterland steht ebenfalls regelmäßig auf der Tagesordnung des Regionalrates: Gemäß Pestel-Studie fehlen im Münsterland Tausende Wohnungen. Die Zahl der Haushalte im Münsterland hat sich von 2008 rasant erhöht und wird bis 2025 von 704.600 auf 737.200 Haushalte weiter steigen. Die Bevölkerungszahl stieg im Vergleichszeitraum nicht so schnell an und wird sich vermutlich ab 2034 stabilisieren. Dabei geben die Münsterlandkreise ein nicht einheitliches Bild ab. Die Stadt Münster erfreut anhaltend großer Attraktivität. Die Kreise Coesfeld und Steinfurt werden auch noch Wachstum verzeichnen können. Rückläufige Einwohnerzahlen werden Warendorf und Borken vorausgesagt.

Der LEP NRW hat sich diesen neuen Gegebenheiten bereits angepasst: Es gibt mehr Ausnahmen für Baulandentwicklung im Freiraum, erweitere Entwicklungsmöglichkeiten für kleine Ortsteile und der Planungszuschlag wurde erhöht. Die aktuell vorhandenen Siedlungsflächen würden "theoretisch- für ca. 110.000 Wohneinheiten in den nächsten Jahren ausreichen, wenn die Flächen denn verfügbar sind. Der Regionalplan Münsterland zeigt sich hier anpassungsfähig: Der Suchraum für Siedlungsgebiete wird vergrößert und die durchschnittliche Verfahrensdauer für Regionalplanänderungen wurde deutlich beschleunigt.

Regionalplanänderungen

Die Regionalplanänderungen Nr. 17 (Sassenberg),

Nr. 22 (Vreden),

Nr. 23 (Raesfeld),

Nr. 25 (Havixbeck)

sowie der Erarbeitungsbeschluss für die Regionalplanänderung Heiden wurden auf den Weg gebracht.

Städtebauförderungsprogramm 2019

Landesweit stehen 345 Mio Euro für Städtebauförderung zur Verfügung. Gemäß der Einwohnerzahl entfallen auf das Münsterland 14,63 %, also 50,5 Mio Euro für quartierbezogene Gesamtmaßnahmen. Mit über 100 Mio Euro in den Anträgen ist das Programm deutlich überzeichnet.
Die eingeplanten Projekte finden Sie hier: >>>>

Kunst- und Kulturförderung 2019

Im Rahmen der Regionalen Kulturförderung 2019 werden ausgesuchte Projekte mit Festbeträgen gefördert. Im Jahr 2019 sind 20 Projekte mit einem Volumen von 654.450 Euro bewilligt worden Weitere laufende Maßnahmen aus den Vorjahren weisen ein Volumen von knapp 300.000 Euro auf. Die Liste der geförderten Projekte finden Sie hier: >>>>>

« Die Bahn kommt Bevölkerungsentwicklung im Münsterland »